Teil 1: Gagendiskussionen: Grundlegende Fragen

Nachdem mir sämtliche Gagendiskussionen im echten Leben sowie in diversen Foren immer wieder auf den Keks gehen, möchte ich einige wichtige Aspekte dabei beleuchten. Seit mehreren Monaten schweben die Entwürfe einiger Artikel in meinem Blogoversum und schafften es dabei nicht ans Licht der Veröffentlichung. Nein, ein unbeugsamer Artikel über inherente Fragen bei Gagendiskussion hört nicht auf Widerstand zu leisten. Er hat gesiegt. Es gibt sogar eine kleine Serie.

Hier sind einige Fragen und Argumente, die ich schon mindestens einmal gehört habe:

1. Wie hoch sollte meine Gage mindestens sein?
Die Gage sollte mindestens so hoch sein, dass alle Kosten gedeckt sind und die investierte Zeit* (mit mindestens 15€ pro Stunde) bezahlt wird. Alles andere ist asozial und wer will denn schon asozial sein?!

2. Wann kann oder sollte ich meine Gage erhöhen?
Wenn es sich finanziell lohnt und die Auftragsquote stimmt und allerspätestens wenn Kollegen einen darauf hinweisen, dass man zu billig ist. Am besten bevor sie anfangen einen zu meiden.

3. Wie gut sollte ich sein um eine-bestimmte-Gage zu bekommen?
Wenn dich Leute bitten auf deren Geburtstage oder sonstige Feiern zu kommen, die du kaum kennst und die dich bestimmt nicht einladen würden, wenn du nicht was-du-auch-immer-tust könntest und machst, dann solltest du Geld dafür verlangen.

4. Wenn ich so teuer bin, bekommen die armen Kinder da ja keine Zaubershow.
Und die armen Kinder in Afrika bekommen auch keine. Mehr als 80% der Kinder sehen nie eine Zaubershow. Aber zum Glück gibt es ja gemeinnützige Vereine, die man gründen kann, die dann solchen Kindern tolle Shows ermöglichen können. Und das geht dann sogar nicht einmal auf Kosten der Künstler. Wow, ist das nicht toll?

5. Ich darf wegen meinem Arbeitgeber nicht so viel verdienen.
Dann hast du echt einen bescheuerten Arbeitgeber und solltest endlich erwachsen werden und selbst bestimmen wie viel Geld du gerne verdienen möchtest.

*Die Zeit für suchen, einkaufen, basteln/herstellen, üben, proben nicht vergessen.

Sicher gibt es Gründe (aus dem Marketing), die für eine Hoch- oder Niedrigpreisstrategie sprechen. Allerdings sollte man seinen Preis begründen können und nicht entschuldigen müssen. Ein bisschen Theorie schadet bestimmt nicht, wenn man seine Preispolitik überdenken möchte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *